Die »Andy Warhol Collection«

  

1980 besuchte Andy Warhol mit seinem Galeristen Hans Mayer und Manager Fred Hughes Rosenthal in Selb. Er kam auf Vermittlung von Dr. Peter Littmann, einem kunstinteressierten leitenden Mitarbeiter des Unternehmens, um Philip Rosenthal zu portraitieren. Er empfand seinen Aufenthalt bei Rosenthal inspirierend, vor allem die Atmosphäre in Schloß Erkersreuth. Das spätere Portrait Philip Rosenthals entstand in Warhols New Yorker Studio 'Factory' nach den im Schloß erstellten Polaroids.

     

Mit Beginn des Jahres 2002 erhielt Rosenthal von der Warhol Foundation exklusiven Zugang zum visuellen Gesamtwerk von Andy Warhol. Die für die »Andy Warhol Collection« ausgewählten Bilder enthalten einige der schönsten und seltensten Kunstwerke von Warhol einschließlich einiger seiner bekannten Portraits wie z.B. Ludwig van Beethoven, Grace Kelly und Marilyn Monroe. Die Umsetzungen auf edlem Porzellan und auf Kristallglas gewähren einen frischen und faszinierenden Einblick in die Schaffenskraft des weltberühmten Talents des 20. Jahrhunderts. “Wir wollten das Spektrum seiner ganzen Arbeit zeigen, als wahre Hommage. Wichtig war uns, nicht nur die Bilder zu reproduzieren, sondern mit ihnen zu arbeiten. Die Foundation vertraute uns, die Visuals zu adaptieren, und war zufrieden mit den Ergebnissen, die unsere Designer erzielten", sagt Juliane Dörschel, die das Projekt im Rosenthal Creative Center managte.

Dieter Fritsch, Dekordesigner bei Rosenthal, berichtet, daß er eine Anzahl von Warhol Werken definierte, mit denen er erste variierende Muster anfertigte. Manchmal schaue ein vielversprechendes Motiv in der Umsetuzung auf Porzellan einfach nicht überzeugend aus. "Der Prozess des Aufbaus einer kleinen Probekollektion, mit der erste Verbraucherreaktionen abgefragt werden können, dauerte ungefahr fünf Monate. Am wichtigsten war hierbei die hundertprozentig richtige Umsetzung der Originalfarben", sagt Fritsch.
Der Formdesigner erhielt technische Zeichnungen vom Dekordesigner, um in Handarbeit Plastilin-Modelle oder Leichtschaummodelle herzustellen. Aus diesen dreidimensionalen Modellen gingen dann die ersten Porzellanobjekte hervor.
Dekordruckerin Heike Lauterbach überwachte die Drucke der Dekorbögen: "Die Farben müssen zum Dekorbrand sehr präzise angelegt sein. Dies erfordert genaueste Farbwertmessungen. Wenn man mit der Hand über die Oberfläche eines dekorierten Andy Warhol Objektes streicht, spürt man eine unterschiedliche Struktur, denn jede Farbe trägt anders auf – rot ist z.B. sehr dick.” Alle Dekore wurden anhand exakter Richtlinien auf die Objekte aufgebracht. Um die Dekore passgenau aufzubringen und Blasenfreiheit zu garantieren, war große Erfahrung notwendig.